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Die Salvador-Kreuze

 

Das Kreuz ist ein subversives Symbol. Staatsverbrecher, subversive Elemente, Verschwörer, besonders üble Burschen wurden von den Römern gekreuzigt. Jesus wurde gekreuzigt als ein Mensch, der die Werte des üblichen Lebens auf den Kopf stellte und so gängige Wertmaßstäbe in Frage stellte, sie sogar umdrehte. Das Symbol des Kreuzes ist missbräuchlich. In diesem Zeichen wurde Gutes getan über die Jahrtausende hinweg. In diesem Zeichen wurde Schreckliches  getan. Zwangstaufen. Kreuzzüge, Ketzerverfolgungen, Hexenverbrennungen, die Eroberung Mittel- und Südamerikas und die Beinaheausrottung der eingeborenen Bevölkerungsgruppe der Indios.

Und dennoch ist das Zeichen des Kreuzes in Mittel- und Südamerika ein Hoffnungszeichen. Ein Beispiel aus der jungen Geschichte der lutherischen Kirche EI  Salvadors: November 1989. Die Guerilla dringt in die Hauptstadt ein. Das Militär bombardiert dichtbesiedelte Annenviertel. Der Vonnarsch der FMLN wird so gestoppt. Die Gelegenheit. mißliebige Führer des  Volkes zu inhaftieren, sie einzuschüchtern. ja sie zu töten, ist endlich da. 6 Jesuiten, deren Haushälterin und ihre Tochter werden umgebracht. Dr. Medardo Gomez wird gesucht, aber nicht gefunden. Statt dessen werden zwölf Ausländerinnen und drei Salvadorenerinnen verhaftet. Und sie beschlagnahmen das Kreuz der lutherischen Kirche. Mit den Verhafteten kommt es in das Gefängnis, an den Ort, wo gefoltert wird, wo Menschen zutiefst erniedrigt werden und wird selbst verspottet. Zugleich aber bekommt es seine Eindeutigkeit zurück. Es wird zum Hoffnungszeichen. Menschen werden gefoltert. Christus ist bei ihnen. In dieser Eindeutigkeit kann man die bunten Kreuze aus Mittelamerika sehen. Egal ob "normales" Kreuz oder das Frauenkreuz: In ihm wird das Leiden der Menschen symbolisiert und in die Hände Gottes gelegt. Gott ist bei uns. Menschen sind mit uns solidarisch. Wir erleben: Wir sind nicht allein.

Die Geschichten, die durch die bunten Kreuze erzählt werden: Frauen, Männer, Kinder, Tiere kommen vor. Frauen, die im Krieg zu den Ernährerinnen der Familie geworden sind. Pflügend, nährend, kaffeepflückend, erntend, aber auch lernend, lehrend und sich organisierend werden sie dargestellt. Andere Symbole sind die Erde oder der Mais. Männer und Frauen, die von der Erde leben. Vom Kaffee, dem traditionellen Exportgut Salvadors. Vom Mais. dem Grundnahrungsmittel, das Stärke und Kraft gibt. Tiere kommen vor und erinnern an die christliche Hoffnung, daß eines Tages Friede sein wird unter den Menschen, zwischen den Tieren, in der ganzen Schöpfung und vor allem zwischen den Menschen und Gott.

Das Kreuz aus EI Salvador erinnert daran, dass Gott diesen Frieden mit uns schon längst gemacht hat und wir diejenigen sind, die in diesen Frieden einwilligen sollen, können und dürfen. Aus ihm spricht Hoffnung.  Hoffnung, die auch uns froh machen kann, uns, die wir in anderer Weise „unten·sind. Arbeitslos, geschieden, all einlebend ohne hinreichende Chancen.

So kann dieses Kreuz zu einer Glaubenshilfe aus Mittelamerika für uns werden.  Es provoziert allerdings auch, nicht alles hinzunehmen, solidarisch zu leben, aktiv zu glauben, im Sinne Jesu i:u leben und Rebe am Weinstock Jesu zu werden, die Frucht bringt. 

(Christian Waegele)

 

Im Weltladen Himmelkron finden Sie ein große Auswahl, in verschiedenen Größen dieser bunten, farbenfroh bemalten Holzkreuze aus El Salvador, mit ihren fröhlichen Motiven. Alle Kreuze sind liebevoll in Handarbeit bemalt. Leichte Farbabweichungen sind möglich. Jedes Kreuz ist ein echtes Unikat!